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Herzschmerz auf dem Aasee
Samstag, 30. Dezember 2006

Das Jahr 2006 in Münster: Ein liebestoller Schwan, blühende Erfolge und Politiker im Kreuzfeuer

Von Dirk Brunsmann

Vergesst "Verliebt in Berlin", lasst die "Wege zum Glück" links liegen - die definitiv schönste Liebesgeschichte des Jahres gab’s nämlich nicht im Fernsehen zu sehen. Sondern auf dem Aasee. Wochenlang verzückte Schwan Peter (der, wie sich später herausstellte, eine Petra ist) mit seinem Geturtel um den weißen Plastik-Schwan ganz Münster und halb Deutschland.

Die tierische Liebesgeschichte ist ohne Frage Münsters schönste Schlagzeile des Jahres 2006. Und eine, die gut tat im allzu oft grauen Alltag, der auch dieser Stadt in 2006 nicht erspart blieb.

 

Denn während Peter-Petra sich im Liebessturm gefangen sah, tobten im Rathaus ganz andere Stürme. Die schwarzgelbe Rathauskoalition, ob ihrer hauchdünnen Mehrheit von einer Stimme ohnehin nicht gerade auf einem Betonfundament gebaut, musste einige Turbulenzen überstehen. Manche davon hatte sie freilich selbst zu verantworten. An erster Stelle das Hickhack bei den Bädern. Zwei Hallen und drei Freibäder wollte die Stadt dicht machen - des Geldes wegen, das sie schon lange nicht mehr hat. Schon vor dem Sommer sorgte die Bäderdebatte für erhitzte Gemüter. Bis die Koalition im Sommer urplötzlich die Kehrtwende vollzog - nun muss, neben den Hallenbädern Handorf und Süd, "nur" das Freibad Nienberge weichen, die Wackelkandidaten Stapelskotten und Coburg hingegen bleiben beide erhalten.
Den Bürger freut’s - weil die Entscheidung auch ein Sieg der heftigen Proteste ist, die es gegen die Schließungspläne gehagelt hat. Überhaupt haben die Münsteraner ihren Politikern in diesem Jahr ganz schön die Meinung gegeigt, was sie von deren Plänen und Beschlüssen halten. Denn: Als im Herbst die Rathauspläne öffentlich werden, Schlaun- Gymnasium, Wartburg- Hauptschule und Aegidii- Ludgeri-Grundschule zu schließen, laufen Schüler, Eltern und Lehrer Sturm. Mit Erfolg: Ende November reagiert die CDU - sie will vorerst keine der Schulen schließen. Das sind gute Signale - weil sie zeigen, dass die Politik doch noch nicht völlig abgestumpft ist gegen den Bürgerprotest. Und weil sie zeigen, dass kämpfen lohnt.

Und kämpfen müssen die Münsteraner auch in 2007 - und zwar gegen einen gewaltigen Gegner. Mitten im Sommer, die WM-Euphorie war noch nicht recht verflogen, holte Oberbürgermeister Tillmann die Münsteraner jäh in die Wirklichkeit der leeren Kassen zurück: 30 Millionen Euro muss und will die Stadt sparen - und helfen sollen dabei die Vorschläge des Rödl- Gutachtens. Gespart haben die Gutachter aber vor allem an der Sorgfalt - schon wenige Tage nach Vorstellung des Gutachtens zeigen sich erste Fehler. Das macht die - noch ausstehende - Debatte nicht einfacher - wer glaubt schon einem vermeintlichen Zahlenkünstler, dessen Zahlen nicht stimmen?

Sparen, schließen, protestieren - zum Glück ist das nicht alles, was von 2006 in Erinnerung bleibt. Es gab auch schöne Momente, und gar nicht so wenige davon. Mehr als 75 000 Menschen strömen am 27. Oktober in die neuen Münster Arkaden - und zeigen allen Architekturdebatten zum Trotz: Der Innenstadt tut die neue Einkaufsmeile gut. Jubeln durften aber nicht nur die Einzelhändler. Bei der "Entente Florale" sahnte Münster die Goldmedaille ab, zum Titel "Lebenswerteste Stadt" gesellt sich nun der Titel "Grünste Stadt". Das macht Hoffnung - auch darauf, dass den blühenden Erfolgen blühende Ideen für 2007 folgen. Die Münsteraner jedenfalls haben sie verdient.

 
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