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Frühjahrsblüher in der Lobby
Kaufen + Sparen
Dienstag, 10. Oktober 2006
Kleingärtner Emil Käufer bietet Wildbienen Unterschlupf im selbstgebauten Bienenhotel


Münster - Die Lage ist einzigartig: mitten im Grünen, umgeben von gepflegten Gärten.

Die Zimmer bieten allen Komfort, den die Gäste sich wünschen. Nur das Rauschen des Verkehrs auf der nahen Umgehungsstraße könnte eventuell störend wirken. Falls Wildbienen in diesem Punkt überhaupt empfindlich sind. Richtig: Wildbienen. Denn die stehen auf Emil Käufers Gästeliste ganz oben. Der Kleingärtner empfängt seine geflügelten Besucher im selbst gebauten Insektenhotel. Zum Spätsommer Seit Anfang des Jahres hat er getüftelt, gesägt, geschraubt und gepinselt, um den nützlichen Gartenbewohnern eine schmucke Unterkunft zu bieten. Pünktlich zum Spätsommer ist die Pension für Biene und Co. fertig geworden. Sie ziert jetzt den Eingang von Käufers Parzelle in der Gartenanlage „Lebensfreude Post“.

„Wenn die Tage kürzer werden, suchen Wildbienen Ritzen und Löcher im Holz oder in Steinen, um ihre Brut abzulegen. Nur finden sie meist nicht genügend geeignete Plätze“, sagt der Insektenhotelier. In seiner Herberge gibt es solche geschützten Eckchen zuhauf – ausgehöhlte Schilfstängel, hübsche „Mehrfamilienhäuser“ mit Pappröhren, und Eichenstämme, in die der Bauherr Löcher mit einigen Millimetern Durchmesser gebohrt hat.

„Die Bienen kriechen hinein, legen ihren Nachwuchs ab und verschließen die Hohlräume mit ein bisschen Lehm. Die Bienenlarven überwintern darin und schlüpfen im Frühjahr“, erklärt Käufer. Soweit ist es im Moment noch nicht. Zu sehen sind einige zugespachtelte Eingänge, hinter denen die Bienen in spe auf die ersten Sonnenstrahlen im Jahr 2007 warten.

Die Bienenmutter selbst indes überwintert im Erdreich – und überlebt, wenn der Winter nicht allzu streng ausfällt. Dabei drückt der gastfreundliche Gärtner schon mal ein Auge zu, wenn auch andere Insekten mit seiner Unterkunft liebäugeln: „Winzige Schlupfwespen nisten hier auch, in den Strohbündeln verkriechen sich Ohrenkneifer.“

Als Dank für den Service sorgen die Besucher dafür, dass der Gastgeber die Putzkraft spart. „Jedes Insekt säubert die Höhle gründlich, bevor es sie belegt“, weiß Käufer. Er sorgt im Gegenzug mit leuchtenden Naturfarben dafür, dass das Hotel auch von außen etwas hermacht – und dass im Winter kein peitschender Regen der Brut ungemütliche Stunden beschert. „Die Eingänge liegen zur Wetterseite, deshalb werde ich sie mit einem Brett schützen.“ Was auch vorwitzige Vögel davon abhalten wird, die Hotelgäste mit einem kleinen Imbiss zu verwechseln.

Insektennachwuchs Jetzt macht sich Emil Käufer noch Gedanken darüber, wie er nach der langen Übernachtung ein Frühstücksbuffet anbieten kann. „Es gibt Frühjahrsblüher, die von Bienen gerne angenommen werden. Und die werde ich direkt vor das Hotel pflanzen – sozusagen in die Lobby.“ So steigt die Chance, dass der Insektennachwuchs in den Gärten bleibt und sich nützlich macht. Zum Beispiel beim Bestäuben der Kirsch- und Apfelblüten. Als eine Art Trinkgeld für die Gastfreundschaft.
 
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