Münster bekennt Farbe
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Alles andere als ein Mauerblümchen
Dienstag, 28. Februar 2006

Katja Schneider aus Angelmodde bekennt Farbe

Von Maria Meik 

Münster. Katja Schneider ist ein richtiges Blumenkind. Mit ihren acht Jahren weiß das pfiffige Mädchen, die Natur zu schätzen. Weiß genau, was Beete und Buchsbaum brauchen, um prächtig zu gedeihen. Katja besucht die Eichendorff-Schule in Angelmodde. Mit ihrer dritten Klasse war sie Ende Januar in einer besonderen Mission im Botanischen Garten anzutreffen, um an der Auftaktveranstaltung für die Kampagne "Münster bekennt Farbe" für den Bundeswettbewerb teilzunehmen. Am Ende erhielt jedes Kind eine Blume mit dem Auftrag, als Pflanz-Botschafter auszuschwärmen.

Von Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann nahm Katja eine rote Primel entgegen, stellte sie zu Hause stolz auf den Tisch und sagte: "So, Mama, jetzt müssen wir mal hier ein bisschen Farbe reinbringen." Dabei hat ihre Mutter Susanne Schneider längst für Farbe in ihrem Haus gesorgt. Mit ihren künstlerischen Werken, die in ihrem Heim am Heinrich-von-Stephan-Ring wahre Hingucker bescheren.


Bekanntlich fällt der Apfel nicht weit vom Stamm. Klar, dass Mutter und Tochter gemeinsame Sache im Garten machen. Den beiden juckt es schon förmlich in den Fingern. Sie sehnen sich nach dem Frühling, um sich grabend, pflanzend und harkend ein Stelldichein in ihrem grünen Paradies zu geben.

Katja ist der Botanische Garten vertraut. Öfter besucht sie die Naturoase am Schloss mit ihren Eltern. "Ich gehe gerne dahin. Der Zauberwald und der See sind so schön", schwärmt die Achtjährige von ihren Sonntagsausflügen. "Als wir mit der Klasse da waren, hat mir der alte Hörsaal gut gefallen, da war so ein kleiner Geheimgang", erinnert sich Katja an die blumige Vorlesung zum Auftakt von "Münster bekennt Farbe". Ihren Auftrag als Pflanz-Botschafterin nimmt sie überaus ernst. Denn sie will nicht nur den heimischen Garten erblühen lassen, sondern auch Blumensamen kaufen und in der Nachbarschaft verteilen. Was die Primel des Oberbürgermeisters angeht, hütet sie das Pflänzchen wie ihren Augapfel. In einer Schale vorm Haus beschert das Blümchen einen Hauch von Frühlingsgefühlen.

Der absolute Hit sind aber bei Katja weiße Tulpen und Wildblumen. Mit letzteren schmückt sie sich auch ihr blaues Baumhaus aus, das im Garten in Angelmodde seinen festen Platz hat. "Das hat mein Papa für mich gebaut", freut sich die Drittklässlerin über die architektonischen Fähigkeiten ihres Vaters. Vor dem Fenster ihres Baumhauses hängt ein Blumenkasten, der je nach Saison mit entsprechenden Pflanzen von Katja bestückt wird. "Ich habe auch einen eigenen Minibuchsbaum, eine kleine Tanne und eine Eiche."

Doch auch vom Schulgarten der Eichendorff-Schule ist das Blumenmädchen restlos begeistert. Gerne schwärmt sie mit ihrer Lehrerin Deike Schmidt-Brandt und ihren Klassenkameraden in den nahe gelegenen Wald aus. "Dann forschen wir und gucken nach Regenwürmern und Blumen." Die Achtjährige kann gut erklären. Wie das so vor sich geht – mit dem Vermehren durch Sprossstecklinge. Wie dabei der Ableger einer Grünlilie ins Wasser gelegt wird, sich dann eine Wurzel bildet und danach eingepflanzt werden kann. Und aus einem Gesundheitsbuch weiß sie, "dass man Brennnesseln auch zum Salat geben und einen Tee daraus machen kann".

Dass Katja kein zart besaitetes Pflänzchen ist, dafür sorgen schon ihre Brüder Dennis (16) und Lukas (15). "Dennis hat sogar einen Roller. Und ich darf manchmal mitfahren", erzählt Katja mit leuchtenden Augen. Was sie mal werden will? Katja bekennt Farbe: "Ich will bei Dahlmann studieren." Martin und Anke Dahlmann vom Gartenbaubetrieb in Hiltrup dürfte dieses Vorhaben freuen.

 
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