Münster bekennt Farbe
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Bürgersinn blühend unter Beweis stellen
Freitag, 17. März 2006

Kreisgärtnermeister ruft zum Mitmachen auf

Maria Meik

Münster. Erich Welling hat Sonne im Herzen und obendrein einen guten Riecher. Denn es liegt was in der Luft – und das ist für den Kreisgärtnermeister ohne Zweifel Frühlingsduft. Den frisch gebackenen 67-Jährigen juckt es in den Fingern, er steht in den Startlöchern für die blumig-blühende Jahreszeit – und mit ihm alle Gärtner und Gartenfans. „Ich warte sehnsüchtig auf die Dinge, die da kommen. Und das wird die Sonne sein. Die kommt ganz bestimmt und lässt Pflanzen und Menschen aufblühen“, stellt Welling Sonnenschein in Aussicht.


Er möchte es nicht durch die Blume sagen, sondern allen Bürger unverblümt die Botschaft rüberbringen, „Farbe zu bekennen“. Ist er doch der Drahtzieher für den Bundeswettbewerb, der ganze Städte – und diesmal auch Münster – in geballter Pracht aufblühen lässt. „Im Jahr 2000 wurde der Wettbewerb, den es in Europa schon sehr lange gibt, auch in Deutschland eingeführt. Der Zentralverband Gartenbau hatte die Teilnahme angeregt“, informiert der Gartenbau-Experte.

Eine Bewerbung sollte doch für eine mit Grün gut bestückte Stadt wie Münster drin sitzen, dachte sich Welling und brachte im Rat im Jahr 2001 einen entsprechenden Antrag ein. „Aus Kostengründen kam dieser jedoch nicht zum Tragen. Nachdem Münster den Titel „lebenswerteste Stadt der Welt“ geholt hatte, stellte er erneut den Antrag. Und Bingo: „Münster bekennt Farbe“.

Für die Kampagne, für die es keine „Knete“ gibt, möchte Welling Begeisterung säen, „damit unsere Stadt noch liebenswerter wird“. Dafür sollte sich ein jeder in seinem Bereich überlegen, wie er sich für seine Stadt einbringen kann. „Ob einzeln oder straßenweise, Kitas, Schulen, Vereine und Verbände, Kaufmannschaft, Landwirte und Gastronomie – „jeder muss sich bücken und aktiv werden“. Somit lasse sich auch der viel gepriesene Bürgersinn unter Beweis stellen.

Wer Farbe bekennen möchte, kann sich fachlichen Rat in allen Gärtnereien holen und sich bei Problemen auch an Erich Welling wenden. Er rät davon ab, wild drauflos zu pflanzen. „Weniger ist oft mehr. Und manchmal ist es eine Hand voll Samen an richtiger Stelle“, weiß der Fachmann, der viele öffentliche Anlagen und Parks gebaut hat und der dem Kinderhauser Friedhof eine grüne Visitenkarte gab.

Wenn der Frühling Wellings privaten Garten wachgeküsst hat, dürfte es ein Wunder geben. Denn der Kreisgärtnermeister hat im Herbst rund 500 Blumenzwiebeln gesetzt.

 
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