Münster bekennt Farbe
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Rosenkavaliere in Uniform
Mittwoch, 24. Mai 2006

Polizei belohnt Radler mit Blumen

Von Wolfgang Schemann

Münster. Was Fehlverhalten im Straßenverkehr ist, das wissen alle Polizisten ziemlich genau. „Aber wie definiert man, was vorbildliches Verhalten ist?“ fragt Kriminaloberkommissar Jörg Jablonski schmunzelnd. Er koordiniert am Mittwochmorgen eine Polizeiaktion der besonderen Art: eine Radfahrer-Kontrolle, bei der es nicht nur Ermahnungen und Verwarnungsgelder gibt – sondern auch Rosen.


Für vorbildliche Verkehrsteilnehmer. Die Polizeibeamten haben sich in der Promenade in Höhe der Engelenschanze aufgebaut. Zügig werden die ersten Räder unter die Lupe genommen: Licht, Bremse, Rahmennummer. Noch ist kein Vorbild in Sicht. Dann wird Jablonski mit einem Blick zur Windthorststraße fündig: Da stehen zwei Radler, Vater und Sohn, beide vorschriftsmäßig behelmt.

„Da kommen zwei Kandidaten“, ruft er den Kollegen zu. Doch die beiden „Kandidaten“ werfen einen Blick auf die massive Polizisten-Versammlung – und ziehen es vor, nach rechts in Richtung Innenstadt abzubiegen. Aber wenig später sind die ersten Rosen fällig: Christiane Schulte-Renneberg, Lehrerin an der Realschule Kreuzviertel, ist mit Klara und Christian unterwegs. „An der Straße angehalten, geschaut, über den Überweg geschoben, die Kinder tragen Helme“, lobt Jablonski.

Theresia Wesbuer kommt gerade vom Schwimmen. Das Fahrrad ist in vorbildlichem Zustand, im Fahrradanhänger sitzt Leeroy (13 Monate) – vorschriftsmäßig angeschnallt. „Eine nette Geste“ freut sich die Münsteranerin über den Blumengruß. Wenig später fährt auch ein junger Mann mit einer Rose davon. „Eine uralte Leeze“, sagt Jablonski, „aber technisch völlig in Ordnung.“ Das Rad gehört seiner Freundin – die denn wohl auch in den Genuß der Rose kommen wird.

Mit der Blumen-Aktion beteiligt sich die Polizei an der Kampagne „Münster bekennt Farbe“. Ohne beim Rosen- Verteilen freilich die „Dornen“ aus den Augen zu verlieren. Wie Jörg Jablonski am Nachmittag resümiert, wurden insgesamt mehr als 150 Fahrradfahrer kontrolliert. Einige bekamen statt der Blumen polizeilichen Unmut in Form von Ermahnung oder Verwarnungsgeld zu spüren.

Wie jener Walkman-Radler, der „mit zwei verstopften Ohren“ an der Kontrollstelle auflief und sich dann auch noch „uneinsichtig“ zeigte. In solchen Fällen sind übrigens zehn Euro fällig – für die man sich eine Menge Rosen hätte kaufen können . . .

 
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