Münster bekennt Farbe
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Stadt hat nur wenig Geld für Blumen
Samstag, 27. Mai 2006

Baumschulen leiden unter Sparzwang

Von Julia Wille

Münster. Knapp sechs Millionen Quadratmeter Grün (gleich 800 Fußballplätze), 100 00 Bäume und 300 Kinderspielplätze versorgt die Stadt Münster – mit nur 81 Mitarbeitern. „Viele Schmuckbeete mit wechselnder Bepflanzung sind da nicht drin“, sagt Franz-Josef Gövert, Abteilungsleiter Grünflächenunterhaltung.

Die Kampagne „Münster bekennt Farbe“, bei der auch Bürger und Wirtschaft sich um schöne bunte Anlagen und grüne Oasen kümmern, ist da nur eine kurzfristige Lösung. „Schon 1993 gab es einen krassen Einschnitt in unser Budget – ebenfalls wegen Haushaltskonsolidierungen“, erinnert sich Gövert. Er muss mit 1,7 Millionen Euro auskommen. „Das meiste Geld geht für Pflegeaufträge weg“, sagt er. Seit der Stellenkürzung um 20 Prozent müssen immer mehr Aufgaben an private Unternehmen vergeben werden. In 2005 verfügte Gövert noch über mehr als zwei Millionen Euro, obwohl die Fläche kleiner war. Die Schere zwischen Wollen und Können klafft also immer weiter auseinander.

Typische Spartricks: Statt Gehölzstreifen gibt’s Rasen – da entfällt der personalaufwendige Rückschnitt. Beim Rasen tut’s die Maschine. Außerdem wird der Pflegestandard heruntergefahren. Nur auf den Spielplätzen ist der wöchentliche Besuch Pflicht. Narzissen und Wildblumen (kommen wieder und vermehren sich) ersetzen teure Stiefmütterchen und Geranien.

Den Baumschulen und Staudenzüchtern fällt damit ein traditionell großer Abnehmer weg. „Der Anteil der städtischen Aufträge hat sich bei uns in den vergangenen Jahren von 40 auf 20 Prozent halbiert“, meint eine Vertreterin der Branche, die ungenannt bleiben möchte. Immerhin sind vor allem die Großbetriebe weiterhin auf die Geschäfte mit der Kommune, dem Land oder dem Bund angewiesen.

Richtig jammern über die Konditionen möchte deshalb niemand. Gövert erklärt das Vergabe-Verfahren: „Wir schreiben aus. Das heißt, wir holen per Fax das günstigste Angebot herein“. In der Übersetzung der Baumschulen- Betreiber heißt das: „Da ist viel Schrott dabei“. Und: „Es wird nur so gearbeitet, dass es abgenommen wird“, zum Beispiel bei Gehweg-Reparaturen.

Gövert klagt nicht, sondern versucht, das Beste aus seinem Etat zu machen. „An ein paar Schmuckbeeten kommt Münster glücklicherweise nicht vorbei.“ Dazu gehört der Garten an der Clemenskirche, wo Hochzeitspaare regelmäßig Erinnerungsfotos machen lassen.

 

 
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