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Ein Paradies für Gartenfreunde
Dienstag, 6. Juni 2006

Grüne Messe auf Burg Hülshoff zog fast 40 000 Besucher an

Von Dieter Klein

Münster-Roxel. Betäubend süßer, schwerer Lavendelduft stoppt den eiligen Schritt. Einige Meterweiter weisen würzige Aromen auf Liebstöckel und Basilikum hin. Nebenan locken ein paar schreiend bunte, futuristische „Woody Woodpeaker“-Vögel. Im Hintergrund spiegelt sich die Geschichte einer großen deutschen Erzählerin, das alte Gemäuer der Burg Hülshoff, im Teich. Das ist der Stoff, aus Dem die Träume gemacht werden – „Gartenträume“ fürwahr.


Marjon Nijkampter Linde strahlt. Die Geschäftsführerin des niederländischen Messebauers Demet Hoeve scheint zufrieden. Drei Tage haben die Gärtner, Landschaftsarchitekten, Künstler und Floristen an diesem Paradies rund um die historische Burg am Roxeler Ortsrand gewerkelt, gebaut, arrangiert und gesteckt. Es hat sich gelohnt. Schon lange vor der Öffnung drängeln die Massen am Eingang.

Den „Gartenträumem“, der Grünen Messe der Superlative, eilt ihr Ruf voraus. Und fast 40 000Menschen sind diesem Ruf am Pfingstwochenende gefolgt. Sieht man von den appetitlichen Beeten mit den duftenden Küchenkräutern einmal ab, ist Lieschen Müllers Gemüsegarten nicht vertreten.

Dafür lockt schon am Eingang die stilvolle Eleganz von Martina und Michael Daldrups „Garten von Eden“. Ihr Unternehmen befindet sich in unmittelbarer Nähe der alten Schlossgemäuer und bietet eine klassische Ergänzung trutziger Vergangenheit mit zeitgemäßer Gartenarchitektur. Überhaupt beweisen die münsterländischen Gartenhäuser erstaunliche Zurückhaltung und damit umsomehr Sicht auf ihren Ideenreichtum.

„Weniger ist halt manchmal mehr.“ Auch die Chefin des Havixbecker Cafés Z.manns, Rita Zimmermann, bringt die Eleganz ihrer Accessoires schlicht, doch damit um so beeindruckender zur Geltung. Dagegen zeigen Künstler wie die Nottulnerin Monica Stüttgen mit ihren „lebendigen“ Keramik-Köpfen oder der Vogelhaus-Händler Günter Brötzmann aus dem süddeutschen Uffenheim pralles, buntes Leben. Ein Vogelhaus im Stil von Hundertwasser kostet dann schon mal 350 Euro. Anke und Martin Dahlmann Aus Münster-Hiltrup haben sich ganz dem Reich der Sinne verschrieben. Sie voll zu genießen, hieße, sich bei ihnen niederlassen. Mit Blick auf den Burgteich und die „Schwimmenden Damen“.

Ein köstliches Erlebnis. Der Rundgang durch die malerisch duftende Blütenlandschaft stockt immer wieder vor ausgefallenen Biotop- Arrangements oder kleinen Kinkerlitzchen, um auch einen winzigsten Schrebergarten stilistisch aufzuwerten. Natürlich liegt die Masse der Sitzmöbel, Skulpturen und Blumenbeete voll im Angebot der Niederländer. Wie auch ein Stand mit historischen Tomatenpflanzen aus Amerika mit indianischen Nachzüchtungen. Überhaupt finden hier Pflanzenfreunde seltene Exemplare verschiedenster Gattungen für den heimischen Garten. Und das bereits zum siebten Mal, denn 2000 öffneten die Gartenträume erstmals auf Burg Hülshoff ihre Pforten.

 
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